Seminar
Eröffnungsveranstaltung: Klinische Sexualpsychologie
DD001
Termin
24.04.2020 15:00 - 18:15 Uhr
Ort
Dresden
Referent/in
Dr. Christoph Kröger
Teilnahmegebühr (ohne Frühbucherrabatt)
60,00 € (Preisgruppe 1 im Rahmen der VT-Wochen)
Beschreibung
Sexuelle Schwierigkeiten können Lebensqualität und Partnerschaftszufriedenheit in Mitleidenschaft ziehen. Zu den häufigsten sexuellen Problemen bei Frauen gehört das fehlende sexuelle Verlangen, Orgasmus- und Erregungsprobleme sowie Schmerzen bei sexueller Aktivität. Effektive medikamentöse Behandlungsoptionen gibt es nur für wenige dieser Schwierigkeiten. Sexual- und psychotherapeutische Ansätze gelten als Methoden der Wahl. Im Vortrag von Frau Dr. Velten wird dargestellt, welche verhaltenstherapeutischen Techniken wirkungsvoll bei sexuellen Funktionsstörungen eingesetzt werden können und wie sich sexualtherapeutische Ansätze damit kombinieren lassen. Zudem erfreuen sich achtsamkeitsbasierte Techniken zunehmender Bedeutung und können die psychotherapeutische Arbeit mit betroffenen Patientinnen und Paaren ergänzen. Im Rahmen des Vortrages werden neueste Entwicklungen auf dem Gebiet der Psychotherapie von sexuellen Funktionsstörungen bei Frauen praxisnah dargestellt. Im Vortrag von Dr. Christoph J. Ahlers werden vor dem Hintergrund des physio-psychosozialen Paradigmas die drei zentralen Funktionen von Sexualität (Erregung, Fortpflanzung, Kommunikation) aufgezeigt und damit die Kernfunktion sexueller Interaktion innerhalb partnerschaftlicher Beziehungen, nämlich Sex als Intim-Kommunikation zur Erfüllung psychosozialer Grundbedürfnisse, vermittelt. Anhand des sexuellen Reaktionszyklus' wird die psychophysiologische Regulation und Phänomenologie sexueller Erregung samt möglicher Störungsformen (Appetenz-, Erregungs- und Orgasmusstörungen) differentialdiagnostisch dargestellt. Da physiologische Faktoren allein seltener ursächlich beteiligt sind, also psychosoziale Ursachen deutlich überwiegen, wird internalisierter sexueller Leistungsdruck aufgezeigt, der zu soziosexueller Versagensangst führt und in generalisierte Vermeidungstendenz mündet. Das Ausbleiben genitaler Reaktionen (Erektionsstörung) und sexueller Funktionen (Orgasmusstörungen) wird als psychophysiologische Folge dieser Angstreaktion entwickelt. In dem Vortrag soll herausgearbeitet werden, dass sowohl die Fortpflanzungs- als auch die Erregungs-Funktion von Sexualität zentral von der Qualität der partnerschaftlich-sexuellen Beziehungs-Kommunikation abhängen, die darüber entscheidet, ob Ängste vor Unzulänglichkeit und Minderwertigkeit aufgefangen und kompensiert werden können, um dadurch eine Emanzipation von sexuellem Leistungsdruck zu erlangen und so die Erfüllung psychosozialer Grundbedürfnisse nach Angenommenheit und Geborgenheit in der sexuellen Beziehung (wieder) zu ermöglichen.

Einführung in das Thema und Moderation:
Prof. Dr. Jürgen Hoyer, Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Technische Universität Dresden

Vorträge:
Psychotherapie bei sexuellen Funktionsstörungen der Frau: ein Update
Dr. Julia Velten, Ruhr-Universität Bochum, Klinische Psychologie und Psychotherapie

Psychotherapie bei sexuellen Funktionsstörungen des Mannes: ein Update
Dr. Christoph J. Ahlers, Praxis für Paarberatung und Sexualtherapie am Institut für Sexualpsychologie Berlin


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